Die Logik der Schmerzen
Institut für Biokinematik
Die Biologische Kinematik
FAQ, Liste von Fragen.
(Kinematik des menschlichen Körpers seine Kybernetik und Pathologie. Schmerztherapie,
Bandscheibenschaden, Arthrose, Operationen wegen Schmerz, Osteoporose und
Schmerz, Muskulatur und Schmerz)
Falls Sie eine Frage haben, die nicht aufgeführt ist, bitte eMail benutzen:info@biokinematik.de
Wie sieht eine Behandlung aus?
Bei der Erstkonsultation wird die allg. Anamnese, die Schmerzanamnese, sowie die allg. und schmerzspezifische Untersuchung durchgeführt. Anschließend wird ein Therapieplan aufgestellt. Nach Möglichkeit wird sofort mit der Behandlung begonnen.
Die Behandlung besteht aus unmittelbarer Schmerztherapie (Injektionen, manuelle Korrektur, geführte Übungen), anschließend Einweisung in die Selbsttherapie (Theorie der Schmerzmechanik, Anatomie, Übungstechniken, schmerzspezifische Übungen).
Die Übungen sind so beschaffen, daß sie überall, im Büro, beim Spaziergang oder zu Hause ohne spezielle Geräte durchgeführt werden können. Auf dem Außengelände sind eine Reihe Übungsvorrichtungen bereitgestellt, die als Beispiel dienen sollen, wie in der täglichen Umwelt natürliche Gegebenheiten genutzt werden können, Ihrem Körper verlorengegangene Funktionen wiederzugeben.
Während der Übungen werden Sie bei uns bis an die Grenzen Ihrer Belastungsfähigkeit und darüber hinaus geführt. Wir wollen eine möglichst schnelle Veränderung Ihres Körpers erreichen. Es entsteht möglichst viel Muskelkater unter Umständen verbunden mit Schmerzen. Dies ist nicht gerade angenehm. Es gibt Ihnen jedoch die Mittel und die Zuversicht in die Hand, in Zukunft selbständig mit Ihrem Körper klarzukommen.
Falls Ihrerseits keine Bereitschaft zu solchen Belastungen besteht, ist
es besser, gar nicht erst damit zu beginnen.
Was ist Ziel und Schwerpunkt der Behandlung?
1) Erstes Ziel ist natürlich die Befreiung von Ihren Schmerzen. Dies geschieht nach Möglichkeit durch unmittelbare therapeutische Maßnahmen. Auch bei Erfolg genügt dies jedoch nicht!
2) Viel wichtiger für Sie ist, daß die Schmerzen in Zukunft nicht wiederkommen.
Auch wenn Sie nach einer Behandlung bei uns sofort schmerzfrei geworden sind,
muß Ihnen eindringlich klar sein, daß dies nicht ewig hält.
Wenn Sie dauerhaft schmerzfrei sein wollen, ist es notwendig, daß auch Sie
die Grundlagen der Schmerztherapie erlernen. Dazu gehören Grundlagen über
die Schmerztheorie, funktionelle Anatomie, Übungstechniken, Therapietechniken
zur Selbsttherapie, Ausgleichsübungen zu Alltagsbelastungen, Diskussion sonstiger
Therapiemethoden (Fitness, Kraftstudio, Sport), Wahrnehmungsübungen der eigenen
muskulären Funktionen, Partnerübungen.
Dies ist eine Fülle von Lerninhalten, die kein Mensch an einem Tag erwerben kann. Die Vermittlung dieser Inhalte ist jedoch unserer Hauptarbeit und kostet uns die meiste Energie. Für Sie ist es jedoch der eigentliche Gewinn, da Sie davon lebenslang profitieren können.
Die unmittelbare Therapie ist schnell durchgeführt. Injektionen sind schnell
gemacht. Gelernt haben Sie jedoch davon noch nichts.
Zustand bei verschiedenen Schmerzen (betrifft auch Fibromyalgie)
Viele Menschen haben gleichzeitig verschiedene Schmerzen. Ob diese Schmerzen auf eine gemeinsame Ursache zurückzuführen sind oder getrennt behandelt werden müssen, entscheidet sich erst bei der Untersuchung.
Oft kommen Patienten z.B. wegen Kreuzschmerzen zu uns, haben jedoch im Nacken weitaus größere Probleme, als sie dies selbst angenommen hatten. Dann kann es sein, daß bei Ihnen der Therapieschwerpunkt ganz woanders sein wird, als Sie dies beim Eintritt in die Behandlung erwartet hatten. Bitte berücksichtigen Sie dies.
Manchmal sind vielfältige Schmerzen auf eine einzige Ursache zurückzuführen, die dann womöglich ziemlich einfach zu therapieren ist. Dies gibt es oft nach Unfällen. In solch einem Fall haben Sie dann ein Glückslos gezogen.
Die sog. Fibromyalgie ist für uns einfach ein Zustand mit vielen verschiedenen
Schmerzen. Diese werden der Reihe nach, nach denselben Kriterien wie alle
anderen Schmerzen auch, abgearbeitet.
Risiken der Behandlung
Risiken im üblichen Sinne der Gefährdung des Körpers gibt es nicht. Wir
vermeiden alles, was riskant sein könnte. Das schlimmste, was eintreten kann,
ist, daß keine Besserung eintritt.
Im Verlauf der Behandlung können sich bestehende Schmerzen verstärken.
Durch die Übungen können Mißempfindungen wie Kribbeln, Ameisenlaufen etc.
auftreten. Ebenso können Lähmungsgefühle auftreten.
Dies kommt daher, weil durch die Übungen Muskulatur aktiviert wird, welche
seit geraumer Zeit nicht mehr benutzt worden war. Diese Muskulatur muß sich
erst entwickeln. Diese Entwicklungsphase wird mit den genannten Gefühlen
wahrgenommen. Es braucht eben alles seine Zeit.
Erfolgsquote
Theoretisch kann jeder Schmerz erfolgreich therapiert werden. Manchmal dauert
es etwas länger. Dies hängt stets davon ab, ob erschwerende Umstände vorliegen
(Unfälle, Operationen, falsches Krafttraining mit hoher Bauchspannung, Medikamente,
Krankheiten, wie Diabetes etc). Totalausfälle gibt es selten (Schätzung:
1%-5%)
Ganz entscheidend für den Erfolg ist die aktive Mitarbeit von Ihnen als Patient.
Wir als Therapeuten können mit unseren Mitteln Sperrungen und Blockaden aufheben.
Was wir nicht können, was nur Sie als Patient können, das ist der muskuläre
Aufbau in Ihrem Körper. Das können nur Sie alleine.
Spielt das Alter eine Rolle?
Der Körper ist prinzipiell in jedem Alter beliebig veränderbar. Die Reaktionsfähigkeit
des alten Menschen ist nicht anders, als beim jungen Menschen. Der Unterschied
liegt eher “im Kopf”. Alte Menschen neigen dazu, zu denken, weil sie alt
sind, sei nichts mehr möglich. Dies stimmt so nicht. Alte Menschen haben
deshalb mehr Probleme als junge Menschen, weil sie einfach mehr Zeit hatten,
Probleme anzuhäufen.
Termine
Behandlungstermine bitte telefonisch
unter 0049-(0)761-383037 (Praxis in Freiburg)
oder: 0049-(0)7633-93321-0 Klinik für Biokinematik, Bad Krozingen
vereinbaren. Die Vorlaufzeit ist sehr unterschiedlich und kann hier nicht
angegeben werden.
Kosten
Die Kosten sind sehr unterschiedlich. Dies hängt stark vom therapeutischen
Aufwand ab. Manche Patienten haben einen "einfachen" Schmerz am
Knie, andere müssen vom "Scheitel bis zur Sohle" durchkorrigiert
werden. Welcher Aufwand notwendig ist, hängt von vielen Faktoren ab und läßt
sich erst nach der Erstuntersuchung feststellen.
Spinalkanalstenose
Die Spinalkanalstenose spielt in bezug auf das Schmerzgeschehen keinerlei
Rolle. Die “Spinalkanalstenose” ist eine Angstdiagnose. Am besten, Sie streichen
das Wort aus Ihrem Gedächtnis.
Spondylolisthesis (Wirbelgleiten)
Die Spondylolisthesis hat keinen speziellen Einfluß auf das Schmerzgeschehen.
Sie hat auch sonst keine pathologische Relevanz.. Sie können damit getrost
alt werden.
Kribbeln und Gefühlsstörungen in Arm und Bein
Diese Störungen werden irrtümlich den Bandscheiben zugeordnet (“Die Bandscheibe
drückt den Nerv”). Diese Auffassung ist glücklicherweise falsch. Sie brauchen
sich also deswegen bestimmt nicht operieren lassen. Diese Störungen beruhen
auf endgradig verspannten Muskeln. Muskeln können durch Sie selbst wieder
freitrainiert werden (kein Krafttraining!). Wie man das macht, lernen Sie
bei uns.
Lähmungen bei Bandscheibenvorfall (BSV)
Lähmungen im Fuß (Fußheberschwäche) bei BSV werden auf den Vorfall zurückgeführt.
Diese Auffassung ist glücklicherweise falsch wie bei den Gefühlsstörungen.
Sie brauchen sich also deswegen bestimmt nicht operieren lassen. Diese Störungen
beruhen auf endgradig verspannten Muskeln (Darmbeinmuskel, M.iliacus). Muskeln
können durch Sie selbst wieder freitrainiert werden (kein Krafttraining!).
Wie man das macht, lernen Sie bei uns.
Diskushernie der HWS
Die Diskushernie der HWS entsteht ebenso wie bei der LWS durch verspannte Muskeln im Bereich der Bandscheibe. Abgesehen davon, daß weder Schmerzen noch Lähmungen von der Bandscheibe herrühren, ist die Bandscheibenverlagerung (Hernie) durch freitrainieren der entsprechenden Muskulatur rückgängig zu machen.
Wie dies geschieht, lernen Sie bei uns.
Bitte keinesfalls an der HWS operieren lassen!!!
Die Folgen nach OP siehe unter “Schwindel...”
Verspannungen und Schmerzen im Nacken
Die untere HWS ist mit der schwierigste Teil des Körpers. Hier treffen drei
große und wichtige anatomische Strukturen zusammen: der Schultergürtel, der
Brustkorb mit den ersten drei Rippen und die Wirbelsäule selbst. Diese Strukturen
müssen getrennt therapiert werden. Dies kann, besonders wenn die Störungen
sehr lange bestehen, schwierig und langwierig sein (Tage, Wochen und Monate).
Daß es möglich ist, daran besteht jedoch keinerlei Zweifel. Sie lernen bei
uns, wie man es macht. Die Durchführung liegt bei Ihnen.
Migräne
Die Migräne ist in den meisten Fällen recht einfach zu therapieren. Sie beruht auf einer gleichzeitigen und doppelten Fehlspannung zweier Muskeln. Der eine Muskel ist der große Längsmuskel des Halses (M.sternomastoideus). Der andere Muskel ist ein sehr kurzer Muskel, welcher an der Vorderseite des Halses zwei Wirbelkörper miteinander verbindet (meist HWK 3 zu HWK 4). Wenn dieser Muskel Kontakt zur Halsschlagader hat und gleichzeitig überreizt ist, dann löst dies die Migräne aus.
Therapie: lokale direkte Therapie, anschließend Freitrainieren dieser Muskeln.
Skoliose und Schmerz
Die Skoliose verursacht keine speziellen Schmerzen. Ein Skoliotiker ist nicht mehr und nicht weniger gesund, als ein gerade gewachsener Mensch. Dies deswegen, weil die Skoliose im Wachstum entsteht. Im Wachsen haben sich sämtliche Teile des Körpers aneinander angepaßt. Beim Skoliotiker ist die linke Seite anders gewachsen, als die rechte Seite. Da dies im Wachsen passiert ist, sind trotzdem alle Einzelteile des Körpers zueinander abgestimmt. Ein Skoliotiker wird erst dann krank, wenn er operiert wird, da dann diese Abstimmung zerstört wird.
Schmerzen beim Skoliotiker haben die gleiche Ursache wie beim Nicht-Skoliotiker
und sind mit den gleichen Maßnahmen und den gleichen Erfolgsaussichten zu
beheben.
Knieschmerz, Kniearthrose, Meniscus
Schmerzen im Kniegelenk haben ihre Ursache nicht im Gelenk, sondern in der Muskulatur, die das Gelenk bewegt. Meist ist dies die vordere Oberschenkelmuskulatur. Die Korrektur dieser Muskeln führt zu dauerhafter Schmerzfreiheit.
Der Meniscus macht niemals Schmerzen.
Auch die Arthrose macht keinen Schmerz.
Wenn die Arthrose zu weit fortgeschritten ist, oder wenn die Kniebänder gerissen
sind, dann ist das Knie unstabil geworden. Hier kann es sein, daß sich Fehlspannungen
in der Führungsmuskulatur in rel. kurzer Zeit (Tage oder Wochen) immer wieder
neu aufbauen.
Jeder Patient kann lernen, die betroffene Muskulatur selbst zu behandeln.
Dies ist allemal besser, als ein künstliches Kniegelenk.
Hüftgelenksarthrose
Schmerzen im Hüftgelenk haben ihre Ursache nicht im Gelenk, sondern, wie beim Knie auch, in der Führungsmuskulatur des Gelenkes. Meist ist dies die Außenkante des Darmbeinmuskels. Zuerst kommen die Schmerzen. Wegen der Schmerzen wird das Gelenk nicht bewegt. Der Mangel an Bewegung verursacht die Arthrose. Nicht die Arthrose macht den Schmerz, sondern der Schmerz führt zur Arthrose!
Die Korrektur entsprechender Muskeln führt zur Schmerzfreiheit. Anschließend muß obligatorisch der Beweglichkeitsaufbau zustandekommen, damit die Arthrose sich wieder zurückbildet.
In fortgeschrittenen Fällen kann dies sehr mühselig sein. Die Mühe lohnt
auf jeden Fall, denn dadurch wird das künstliche Gelenk vermieden.
Schmerzen und sonst. Beschwerden nach Unfällen, Schleudertrauma
Unfälle sind dadurch gekennzeichnet, daß der Köper einer übermäßigen Dehnbelastung ausgesetzt wird. Entlang der Linie nach welcher die Dehnung stattgefunden hat, baut der Körper zur Abwehr eine Gegenspannung auf. Diese Gegenspannung wird vom Bindegewebe des Körpers installiert und bewahrt den Körper vor weiteren Verletzungen.
Nach dem Unfall bleibt diese Spannung beliebig lange bestehen. Sie ist mit dem Finger zu tasten. Sie verläuft vom Eintrittspunkt der Unfallkraft bis zu dem Punkt, wo die Unfallkraft wieder aus dem Körper ausgeleitet wurde (z.B. Fußsohle).
So nützlich diese Spannung während des Unfalles war, so hinderlich ist sie danach. Je nach Spannungsverlauf im Körper verursacht sie die unterschiedlichsten Beschwerden. Schmerz ist nur eine der möglichen Symptome. Die Beschwerden sind vordergründig oft derart unzusammenhängend, daß betroffene Patienten oft genug beim Psychiater landen.
Therapie: Durch gezielte Reizsetzung am ursprünglichen Eintrittspunkt der
Fremdgewalt die Spannung zum Verschwinden bringen. Je nach anatomischem Zugang
ist dies teils sehr einfach, teils sehr schwierig.
Schwindel, Gleichgewichtsstörungen, Denkstörungen, Sehstörungen, Übelkeit
Diese Störungen können ebenso wie von den jeweiligen Sinnesorganen auch von Störungen der Halswirbelsäule (HWS) herrühren.
Die HWS ist selbst eine Art Sinnesorgan. Sie registriert die Stellungen und Funktionen der Einzelglieder des Körpers zueinander, sowie die Stellung des Körpers im Raum (Propriozeptorenfunktion). Diese inneren Meßergebnisse werden mit den Meßergebnissen der Sinnesorgane für die äußere Umgebung (Auge, Ohr, Gleichgewichtsorgan) abgeglichen. Passen die Ergebnisse zusammen, ist alles in Ordnung. Kommt es zu widersprüchlichen Meßergebnissen, dann kommt es zum Verarbeitungskonflikt. “Das Gehirn weiß nicht wer recht hat: das Ohr oder die HWS”. Das Ergebnis ist z.B. Schwindel
Diese Situation tritt regelmäßig dann ein, wenn die linke Halsseite anders “verspannt” ist, als die rechte Seite. Dies wird besonders deutlich, wenn durch Lageänderungen der HWS die Symptome sich ändern.
Therapie: symmetrische Korrektur der tiefen HWS-Muskulatur.
Behandlung nach BS-Operation
Der Therapieerfolg hängt stark von der angewandten Operationstechnik ab. Je mehr während der Operation an der Wirbelsäule zerstört wurde, desto schwieriger ist die Behandlung. Konkret heißt dies, daß es einige Wochen dauern kann, bis befriedigende Schmerzfreiheit eintritt. In Extremfällen dauert es Monate. Der Zeitraum nach der Operation spielt keine besondere Rolle.
Zustand nach Versteifungsoperation und Metalleinbau
Hier ist die Situation oft schwer einzuschätzen. Das Metall behindert die freie Beweglichkeit und damit den Übungsumfang. Nach Möglichkeit sollte das Metall entfernt werden. Die Situation ist von Einzelfall zu Einzelfall sehr unterschiedlich.
Valoron, Tramal Temgesic etc. (Morphinderivate)
Diese Medikamente sind vom Morphium abgeleitet. Sie haben besondere Eigenschaften. Diese Medikamente sind keine Schmerzmittel (Analgetica), sondern bewußtseinsverändernde Mittel (Hypnotica). Nicht der Schmerz verschwindet, sondern das Bewußtseinsverhältnis zum Schmerz wird verändert. Diese Entkoppelung des Bewußtseines zu seinem Körper beschränkt sich nicht nur auf den Schmerz, sondern auch auf sämtliche weitere Körperfunktionen. Die Rückkopplung zwischen Körper und Bewußtsein ist unterbrochen.
Dies hat die unangenehme Folge, daß der Körper auf Trainingsreize nicht mehr reagiert. Die Übungen bleiben ohne Effekt. Die Therapie, wie wir sie durchführen, ist nahezu wirkungslos.
Damit eine Behandlung bei uns Sinn gibt, muß eine Karenzzeit von mindestens zwei Wochen eingehalten werden.
Was bedeutet Biokinematik
Die Statik beschreibt die Geometrie gleichbleibender Kräfte. Führt man die Statik in Bewegung über, kommt man zur Kinematik. Dies ist die Mathematik sich gesetzmäßig bewegender Kräfte. Biokinematik ist die Mathematik der Bewegungen der biologischen Körper.
Was bedeutet Biokybernetik?
Ein bewegter Körper muß gesteuert und geregelt werden. Die Wissenschaft der Steuer- und Regelungstechnik heißt Kybernetik. Auch ein biologischer Körper wird gesteuert und geregelt. Die Biokybernetik beschreibt die Regeln der Steuerung biologischer Körper.
Wieso wurde dies nicht schon früher erforscht?
Die Biomechanik hat bisher lediglich das Knochengerüst der biologischen
Körper berücksichtigt. Damit kommt man nicht sehr weit.
Zu einer vollständigen Bewegung gehören zwei Knochen, zwei Muskeln, ein Gelenkband
und ein Gelenk. Dies ist die biokinematische Elementareinheit.
Die Biomechanik muß sich neben den Knochen auch noch um Muskeln und Bänder
kümmern. Dies fehlt bis heute.
Damit würde die Biomechanik den Schritt von der Biomechanik zu der Biokinematik
tun können.
Gibt es Kreisbewegungen im biologischen
Körper?
Nein, die Kreisbewegung ist energetisch unstabil. Sie bedarf permanenter
Energiezufuhr und kann spontan in der freien Natur weder entstehen noch bestehen.
Die Kreisbewegung ist energetisch die unidealste Bewegung.
Welche Bewegungen vollführt der biologische Körper?
Komplexbewegungen höherer Ordnung. Diese werden bestimmt durch die Form
der beteiligten Muskeln, Knochen, und Gelenkbänder. Die Bewegungsbahnen sind
Ausdruck der veränderlich projektiven Geometrie.
Geradbewegungen und Kreisbewegungen sind für den biologischen Körper nicht
durchführbar.
Test: Versuchen Sie einmal mit der freien Hand eine exakt linealgerade Linie
oder einen Kreis zu ziehen.
Was ist der Vorzug biologischer Mechanik
gegenüber der technischen Kreismechanik?
Der Energieverbrauch. In der Biomechanik treten keine Normalkräfte auf (Lagerkräfte). Dies ist eine Verlustkomponente bei der kreisdrehenden Mechanik und bewirkt den Verschleiß der bewegten Teile.
Aus welchen Grundbauteilen besteht der biologische
mechanische Körper.
Aus zwei Knochen, zwei Muskeln, einem Gelenkband und einem Gelenk. Dies
ist die biokinematische Elementareinheit.
Diese Bauteile sind in mathematisch idealer Weise aneinander angepaßt. Sie
sind schließlich als gemeinsamer Körper gemeinsam gewachsen.
Sämtliche Muskeln, Knochen, Gelenkbänder und Gelenke eines Körpers bilden
eine mathematisch ideale Einheit.
Was passiert bei orthopädischen Operationen?
Die meisten orthopädischen Operationen verändern gezielt die geometrischen
Eigenschaften von Knochen, Muskeln, Gelenkbändern und Gelenkoberflächen.
Damit wird die jeweilige Funktion der biologischen Mechanik zerstört. (Bandplastiken,
Umstellungsosteotomien, Muskelplastiken, Zügelungsoperationen).
Die orthopädische Chirurgie steht im Kontrast zur Unfallchirurgie, die früher
Wiederherstellungschirurgie genannt wurde, und das Ziel hat, die ursprünglichen
biologischen Verhältnisse wieder zu rekonstruieren, wenn sie etwa durch einen
Unfall zerstört worden waren.
Was ist eine Umstellungsosteotomie?
Hier wird der Winkel in einem Knochenbereich chirurgisch geändert. Der Gedanke
dabei ist meist, die statische Belastungsfähigkeit z.B. im Knie oder in der
Hüfte zu verbessern.
Der Denkfehler besteht darin, daß solch eine statische Belastung gar nicht
besteht. In Wirklichkeit wird die Biomechanik lokal zerstört und der Patient
schwer geschädigt.
Warum werden orthopädische Operationen durchgeführt?
Normalerweise sollen mit solchen Operationen Schmerzen behandelt werden.
Dies funktioniert sogar in vielen Fällen. Der Schmerz verschwindet jedoch
nicht, weil der Körper geheilt wurde, sondern weil er zusätzlich geschädigt
wurde. Die Schmerzfreiheit entsteht dadurch, daß die Funktion völlig zerstört
wurde.
Nur was funktioniert, kann noch weh tun. Was zerstört ist und nicht arbeitet,
produziert auch keinen Schmerz mehr.
Der Schmerz als Erfolgskriterium ist der falsche Ratgeber. Die Funktion ist
relevant.
Was ist der Fehler im orthopädischen Denken?
Die Orthopädie, speziell die chirurgische Orthopädie, beschränkt sich auf
die Betrachtung der Knochen. Diese kann man gut mit Röntgentechnik darstellen
und dokumentieren.
Ein Knochen ist jedoch starr und bewegt sich nicht von alleine. Die aktiven
Strukturen im Körper sind die Muskeln. Ein Knochen ohne Muskel ist sinnlos.
Wenn ein Knochen “falsche” Bewegungen durchführt, dann liegt dies am Muskel
und nicht am Knochen. Der kann sich nicht von alleine bewegen. Wenn Fehler
vorliegen, dann sind diese in der Muskulatur zu suchen.
Die Muskulatur hat in der Orthopädie jedoch praktisch keinen Stellenwert.
Wie sind Hüftprothesen gebaut?
Kugelförmig. Deswegen können sie nicht mit den Bewegungen des biologischen Körpers harmonieren. Die gegenseitige Zerstörung von Prothese und Körper ist vorprogrammiert. Hier werden zwei verschiedene Systeme zusammengezwungen.
Was ist Arthrose?
Der Gelenkknorpel wird immer weniger. Die Knorpeloberfläche wird weich,
oder sie bekommt Rillen oder Löcher. Dies behindert einerseits die Bewegung
im Gelenk, andererseits entsteht unerlaubtes Spiel an den Stellen, wo der
Knorpel dünner als erlaubt ist.
Ursache ist meist, speziell im Hüftgelenksbereich, die Einsteifung, der Bewegungsverlust
im Gelenk. Der biologische Körper muß aktiv sein. Was nicht benutzt wird,
verkümmert. Hornhaut auf der Hand verschwindet, wenn nicht gearbeitet wird.
Muskelkraft verschwindet, wenn sie nicht genutzt wird. Gelenkknorpel verschwindet,
wenn nicht bewegt wird. Das schlimmste für ein Gelenk ist die Ruhe.
Welche Funktion hat der Gelenkknorpel
Die Reibung im Gelenk herabzusetzen. Biologische Gelenke sind geometrisch inkongruent. Der eine Gelenkpartner hat eine andere Form wie der andere. (Inkongruenz der Gelenke) Die Folge: Die Gelenkbewegung besteht aus einer Dreh- und einer Gleitkomponente (Drehgleiten). Das Gleiten verursacht Reibung. Diese muß herabgesetzt werden. Dazu gibt es den Gelenkknorpel. Die Veränderung des Knorpels ist die Arthrose.
Wie funktioniert die Schmierung im Gelenk?
Der Gelenkknorpel ist wie ein Schwamm aufgebaut. Bei Entlastung saugt er
sich mit der Gelenkflüssigkeit voll, bei Belastung wird diese Flüssigkeit
herausgepreßt. Sie wird gerade dort am meisten herausgepreßt, wo die Belastung
am höchsten ist.
Die Flüssigkeit trennt also die beiden Gelenkpartner voneinander. Es handelt
sich somit um eine Flüssigkeitsschmierung wie beim Aquaplaning. Sie funktioniert
dort am besten, wo die Belastung am höchsten ist. Die Veränderung des Knorpels
ist die Arthrose
Wie wird der Gelenkknorpel ernährt?
Der Gelenkknorpel liegt im Gelenkraum. Dieser ist nicht an das Blutkreislaufsystem
angeschlossen. Der Gelenkknorpel kann also nicht über das Kreislaufsystem
ernährt werden.
Der Gelenkknorpel ist wie ein Schwamm aufgebaut. Bei Entlastung saugt er
sich mit der Gelenkflüssigkeit voll, bei Belastung wird diese Flüssigkeit
herausgepreßt. Die wechselnde Belastung und Entlastung ist Ernährungsgrundlage
für den Knorpel.
Dauernde Nichtbelastung führt zum Verhungern des Knorpels (Inaktivitätsarthrose
bei einem Gipsbein).
Dauernde gleichbleibende Belastung ohne Bewegung führt ebenfalls zum Verhungern
des Knorpel (typisch für die Hüftgelenksarthrose). Die Veränderung des Knorpels
ist die Arthrose
Wie entsteht die Hüftgelenksarthrose?
Moderne Sitzmöbel erzwingen eine Sitzhaltung, bei der der Körper auf dem
Oberschenkel ruht. Das Oberkörpergewicht wird über das Hüftgelenk auf den
Oberschenkel und dann auf den Stuhl übertragen. Das Sitzbein schwebt unbelastet
“in der Luft”.
Folge: Die vorderen Hüftgelenkareale werden permanenter Druckbelastung ausgesetzt,
ohne bewegen zu können. Der Knorpel verhungert an dieser Stelle. Arthrose
entsteht. Von hier weitet sich die Arthrose über das gesamte Gelenk aus.
Abhilfe: Auf das Sitzbein sitzen und nicht auf den Oberschenkel und möglichst
oft aufstehen und bewegen.
Wie entsteht Arthrose?
Es gibt prinzipiell zwei Ursachen:
1) mechanisch. Wegen einseitiger Belastung des Gelenkes werden bestimmte
Areale des Knorpels nicht ernährt. An diesen Stellen erkrankt der Knorpel
und verschwindet. Arthrose durch einseitige Belastung. Es sind nur einzelne
Gelenke betroffen.
Therapie: Wiederherstellung der physiologischen Gelenkbeweglichkeit und Belastung.
Medikamente sind sinnlos.
2) biochemisch beim Rheumatismus. Hier ist die Gelenkhaut erkrankt, welche
die Gelenkflüssigkeit herstellt. Diese ist die Nährlösung für den Knorpel.
Wenn die Nährlösung eine falsche Zusammensetzung hat, erkrankt der Knorpel.
Im Unterschied zur mechanischen Arthrose ist der Knorpel in seiner Gesamtheit
erkrankt. Es sind stets ganze Gelenkgruppen betroffen. (Alle großen Gelenke,
oder alle kleinen Gelenke)
Therapie: medikamentös (spezifische Rheumatherapie).
Ist Arthrose heilbar?
Die mechanisch bedingte Arthose auf jeden Fall, sofern ein Minimum an Knorpelschicht
noch vorhanden ist.
Auch der Gelenkknorpel besteht aus lebendigen Zellen. Die vermehren sich.
Man muß ihnen nur Gelegenheit geben, sich auszubreiten.
Ist Arthose schmerzhaft?
Nein. Arthrose macht keinen Schmerz. Es ist umgekehrt: Die Beweglichkeitsstörung, die Schmerzen produziert, führt irgendwann auch zur Arthrose. Ein Gelenk braucht Bewegung. Schmerz verhindert Bewegung. Wer bewegt schon gerne, wenn es weh tut.
Was ist Osteoporose?
Verlust an Knochenmasse. Der Knochen wird schwächer.
Wie entsteht Osteoporose?
1) Durch Erkrankung der Nebenschilddrüsen (sehr selten). Dieser Krankheitstyp
kann heute mit gutem Erfolg behandelt werden.
2) Durch mangelnde Belastung des Knochens. Ein Knochen ist genau so stark,
wie seine daranhängende Muskulatur, nicht stärker und nicht schwächer. Hat
man schwache Muskeln, dann baut der Körper die Knochenmasse soweit ab, bis
sie zu der Muskulatur passt (Osteoporose). Starke Knochen bei schwachen Muskeln
wäre biologisch sinnlos.
Wie alt sind meine Knochen?
Die Halbwertszeit der Knochen beträgt 10 bis 20 Tage. In dieser Zeit ist die Hälfte der Knochenmasse erneuert. Dies ist physiologisch. Ihre Knochen sind insgesamt also keine 6 Wochen alt.
Wie kann Osteoporose behandelt werden?
Durch Muskelaufbau. Wenn der Körper sich genötigt sieht, irgendwo seine Muskeln zu verstärken, dann wird an dieser Stelle gleichzeitig der Knochen verstärkt. Die Osteoporose verschwindet.
Macht Osteoporose Schmerzen?
Nein. Osteoporose macht keine Schmerzen. Eher umgekehrt: Wer Schmerzen hat, bewegt nicht mehr, Wer nicht bewegt bekommt schwache Muskeln und damit auch schwache Knochen, also Osteoporose. Der Gedankenschluß, daß Osteoporose Schmerzen macht, ist zu kurz gegriffen.
Was ist Schmerz (1)?
Schmerz hängt von Bewegung ab. Durch Ruhigstellung werden Schmerzen geringer
oder verschwinden. Absolute Ruhe gibt es nur im Tod.
Bei jeder Bewegung ist zwischen Bewegungsumfang und Bewegungsbahn zu unterscheiden.
Schmerz entsteht dann und nur dann, wenn die geometrische Bewegungsbahn innerhalb des biologischen Körpers gestört ist.
Vergleich zum Fahrrad: Bewegunsumfang = vollständige Umdrehung des Rades. Bewegungsbahn = Wenn das Rad verbogen ist, dann ist die Bahn geometrisch gestört. Die Umdrehung ist trotzdem möglich.
Schmerz ist die Wahrnehmung einer kranken Bewegung.
Was ist Schmerz? (2)
Schmerz ist ein Gedanke. Ein Gedanke wie Hunger, und Durst. Solche Gedanken
sind die Bewußtwerdung körperlicher Funktionen.
Schmerz ist die gedankliche Abstraktion einer kinematischen Fehlfunktion.
Was verursacht Schmerzen?
Alles, was im Stande ist, die geometrischen Bewegungsabläufe im Körper zu
verändern, verursacht Schmerz.
Wie kann die Bewegungsgeometrie des Körpers verändert werden?
Die Veränderung der Bewegungsgeometrie kann:
1) von außen aufgezwungen werden (Verletzungen, Operationen),
2) spontan innerhalb des Körpers entstehen (Fehlhaltung, einseitige Belastung,
Stretching, Dehnüberlastung),
3) regulativ vom Körper selbst hergestellt werden, um zum Eigenschutz den
Körper vor schädlicher eigener Aktivität zu bewahren (Bauchdeckenschmerz
bei Blinddarmentzündung, Flankenschmerz bei Nierenstein und Nierenbeckenentzündung).
Wieviele Arten von Schmerz gibt es?
Es gibt zwei Arten Schmerz.
1. Die Ursache für den Schmerz liegt außerhalb des Körpers.
2. Die Ursache für den Schmerz liegt innerhalb des Körpers.
Ist Schmerz ein Warnsignal für Krankheit?
Nein im Gegenteil! Es gibt keine einzige Krankheit, die mit Schmerz verbunden ist. Krankheit macht Schwäche nicht Schmerz. An Krankheiten kann man sterben, an Schmerz nicht.
Kann die Psyche Schmerz verursachen?
Nein. Die Psyche macht keinen Schmerz. Psychischer Stress kann Auslöser
für einen beliebigen Schmerz sein, jedoch nicht dessen Ursache. Dies darf
nicht verwechselt werden.
Wer jedoch dauernd an Schmerz leidet, wird irgendwann psychisch krank. Der
Schmerz führt zu psychischer Krankheit nicht umgekehrt.
Welche anatomischen Bauteile sind für die
Bewegungsgeometrie verantwortlich?
Knochen, Gelenkbänder und Muskeln. Der Muskel ist der einzige physiologisch veränderliche Teil.
Wie kann Schmerz behandelt werden?
Durch die Korrektur der Bewegungsgeometrie. Wenn der Muskel gestört ist,
dann kann durch gezielte Maßnahmen die Funktion normalisiert werden.
Wenn der Knochen durch Operationen in seiner Geometrie geändert wurde (orthopädische
Operation), dann ist keine Korrektur möglich.
Gelenkbänder können praktisch nicht Schmerzen verursachen, da sie entweder
gerissen sind und damit komplett ausfallen, oder völlig intakt sind. Fatal
ist es, wenn Gelenkbänder orthopädisch chirurgisch umgelagert werden (Bandplastik).
Dann ist die Bewegungsgeometrie völlig dahin.
Welche Störungen kann ein Muskel aufweisen?
zu schwach, zu kurz, geometrisch verspannt.
Wie kann man einen Muskel verändern?
Durch Trainingsreize.
Man kann einen Muskel nach Belieben lang oder kurz, dich oder dünn trainieren.
Kurz und dick ist schlecht.
Lang und dünn ist gut.
Was ist die Funktion eines Muskels?
Er führt seine beiden Knochen, an denen er hängt, zusammen. Damit kann er Arbeit verrichten.
Was tut ein Muskel?
Er arbeitet. Die Formel für Arbeit ist Kraft mal Weg.
Ein Muskel hat eine Doppelfunktion: er bewegt und produziert Kraft zeitgleich.
Wenn die Bewegung blockiert ist, dann wird die Kraft sinnlos.
Wie beim Auto: Gasgeben mit angezogener Handbremse ist sinnlos.
Was ist die richtige Haltung?
Die richtige Haltung gibt es nicht. Es gibt allenfalls eine ökonomische
und eine weniger ökonomische Haltung.
Der lebendige Körper bewegt, er hält nicht. Der biologische Körper ist keine
Statue.
Ein Denkmal oder ein Grabstein soll halten. Solange jemand auf dieser Erde
wandelt, soll er bewegen, nicht halten.
Haltung ist Tod. Leben ist Bewegung.
Was ist Stretching?
Es werden Körperteile, meist Muskeln, gedehnt, in der Vorstellung, daß diese
länger werden.
Dies ist naiv. Ein Muskel wird nicht länger, wenn an ihm gezogen wird.
Im Gegenteil: Durch Stretching wird der Körper zu Gegenspannungen gezwungen.
Das Ergebnis: mehr Verspannung statt weniger.
Was passiert beim Stretching?
Beim Stretching wird der Patient angehalten möglichst locker zu lassen,
damit das Stretching optimal durchgeführt werden kann. Dies bedeutet im Klartext,
daß der Muskel in seiner Aktivität auf Null heruntergefahren wird. Er wird
willkürlich ausgeschaltet. Damit hängt die gestretchte Person in ihrem Bindegewebe.
Stretching ist somit ein Bindegewebsreiz und kein Muskelreiz. Das Bindegewebe
wird durch die Dehnung aktiviert und macht das, wofür es gedacht ist: es
hält. Erfolgreiches Stretching baut neue Spannungen auf.
Durch Stretching wird man keinesfalls beweglicher. Man wird weniger statt
mehr.
Welche Funktion hat die Bandscheibe.
Wirbeltiere sind spiegelbildlich symmetrische Gebilde. Auch der Mensch.
Der Mensch besteht aus zwei spiegelbildlich gleichen Teilen - der rechten
und der linken Körperhälfte. Die Spiegelungsachse ist die Mitte der Wirbelsäule.
Es gibt weder ein Gelenk noch einen Muskel, welche die beiden Hälften miteinander
verbindet. Damit die beiden Hälften sich trotzdem gegeneinader bewegen können,
sind zwischen die starren Wirbelkörper die Bandscheiben eingelagert. Diese
ermöglichen Beugen und Strecken, Seitneigen und Längsdrehung.
Wird in einem Segment die Bandscheibe entfernt, dann ist hier die Beziehung
zwischen rechts und links aufgehoben.
Ist die Bandscheibe ein Stoßdämpfer?
Nein, die Bandscheibe ist ein gelartiges Flüssigkeitskissen. Sie ist hochelastisch und damit das Gegenteil eines Stoßdämpfers. Sie gibt Stöße ungebremst weiter. Stoßdämpfer sind die Rückenmuskeln, nicht die Bandscheiben.
Kann eine Bandscheibe Schmerzen verursachen?
Nein, Bandscheiben sind passive Bauteile wie die Knochen und Bänder. Bandscheiben verursachen keine Schmerzen.
Was ist ein Bandscheibenvorfall?
Bandscheiben gleichen die Bewegungen der Wirbelkörper gegensinnig aus. Wird
die Wirbelsäule nach vorne gebeugt, dann werden die Bandscheiben nach hinten
verlagert, und umgekehrt.
Wird durch einseitige Tätigkeit die Wirbelsäule andauernd in gebeugter Stellung
gehalten (Sitzen), dann verkürzt die Beugemuskulatur der Wirbelsäule (Musculus
psoas). Ein Aufrichten und Rückneigen ist irgendwann nicht mehr möglich.
Folge: Die Bandscheiben bleiben nach hinten verlagert - auch in Ruhestellung
z.B. im Schlaf. Hinten ist das Rückenmark mit den Rückenmarksnerven. Irgendwann
kommt die Bandscheibe diesen Nerven zu nahe und verdrängt sie. Dies ist dann
der Bandscheibenvorfall.
Verursacht ein Bandscheibenvorfall Lähmungen?
Nein, die Lähmungen, die dem Bandscheibenvorfall zugeordnet werden, werden
durch die muskuläre Fehlfunktion des Darmbeinmuskels (M.iliacus) hervorgerufen.
Bandscheibenvorfälle machen keine Lähmung.
Muß ein Bandscheibenvorfall operiert werden?
Nein, weder Lähmung im Bein noch Schmerzen kommen durch den Vorfall zustande.
Die Ursache ist die Fehlfunktion der benachbarten Wirbelsäulenmuskulatur.
Die Operation besteht in der Entfernung der Bandscheibe. Dadurch wird die
umliegende Muskulatur noch nicht verbessert. Dafür fehlt für den Rest des
Lebens dann die Bandscheibe.
Wie kann ein Bandscheibenvorfall behandelt
werden?
Durch die Korrektur der umliegenden Muskulatur. Diese muß von Fehlspannungen befreit und anschließend zu mehr Beweglichkeit auftrainiert werden. Beweglichkeit nicht Kraft!!!
Welche Bandscheibenvorfälle müssen operiert
werden?
Keine. Nicht eine Bandscheibenoperation ist notwendig oder sinnvoll. In Deutschland gibt es jährlich ca. 50.000 Bandscheibenoperationen.
Wieso kommt es nach Bandscheibenoperationen
zu Schmerzfreiheit.
Durch das Entfernen der Bandscheibe wir die Wirbelsäule etwas kürzer, der
Muskel bekommt mehr Spiel. Die vorhandene Fehlspannung kann sich nicht mehr
auswirken. Außerdem wird die Beweglichkeit der Wirbelkörper zueinander durch
die Operation verhindert (Blockbildung, Fusionierung). Nur was bewegt, kann
weh tun. Was verblockt ist, bewegt nicht und tut nicht weh. Dafür muß auf
die Funktion verzichtet werden - wie bei einem Gipsbein.
Walter Packi
- Arzt -