Die Logik der Schmerzen Institut für Biokinematik Die Biologische Kinematik
 
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Walter Packi
Arzt für Allgemeinmedizin
Begründer der Medizin nach der Biokinematik


 

Knie, Kniegelenkschmerzen
(Innenmeniscus, Außenmeniscus, Patellaspitzensyndrom, Meniscusoperation)

Das Knie ist die Mitte des Beines. Das Bein reicht von der Lendenwirbelsäule bis zur Fußspitze. Alles, was im Bein passiert, passiert auch im Knie. Die Probleme des Beines sind immer auch die Probleme des Kniegelenkes. Und alles was im Knie passiert, betrifft reziprok das gesamte Bein.

Wer das Knie verstehen will, der muß das ganze Bein verstehen - sowohl den technischen Aufbau des Beines wie auch die Regulationslogik des Beines.

Wenn das Kniegelenk wegen Schmerzen operiert wird, dann wird das Knie ebenso krank gemacht, wie es das Bein anderswo bereits ist. Die Schmerzfreiheit nach einer Knieoperation suggeriert Gesundheit, in Wirklichkeit bedeutet sie jedoch Funktionsverlust des Kniegelenks. Was nicht arbeitet, tut auch nicht weh. Schmerzfreiheit wird mit Gesundheit verwechselt.

Die ursprünglichen Schmerzursachen werden durch die Knieoperation nicht verschwinden. Stattdessen kommen neue hinzu.

Schmerzen im Knie haben mit dem Knie nichts zu tun.

Das Kniegelenk führt Bewegungen aus, die anderswo begonnen werden. Wenn diese Bewegungen fehlerhaft sind, dann gibt es Schmerzen im Knie. Sollen diese Schmerzen verschwinden, dann muß dort angesetzt werden, wo die Bewegungen beginnen, wo deren Ursprung ist.

Nach Lage der Dinge ist dies das Bein am unteren Ende - die Fußsohle, oder das Bein am oberen Ende - das Becken und die Lendenwirbelsäule.

Da, wo es weh tut, beginnen keine Bewegungen.

Das eigentliche Kniegelenk besteht aus drei Gelenkanteilen

Das Kniegelenk ist ein Kugelgelenk und kein Scharniergelenk. Es bewegt in drei Richtungen (beugen-strecken, rotieren, rechts-links-bewegen) (siehe Skigymnastik). Eine Knieprothese bewegt nur in einer Richtung (beugen-strecken).

Für jede Richtung gibt es Muskeln für die Hinbewegung und Muskeln für die Rückbewegung. Diese Muskeln bestehen aus Einzelmuskeln und auch aus ganzen Muskelketten, die von der Fußsohle bis zur Wirbelsäule reichen.

Beim Menschen als Zweibeiner sind diese Muskelketten von besonderer Bedeutung, da sie nicht nur der Fortbewegung dienen, sondern auch der Stabilität des gesamten Körpers in Ruhe und während der Bewegung. Der Mensch ist ein Zweibein und kein Dreibein oder Vierbein. Der Mensch steht im labilen Gleichgewicht im Gegensatz zu den Vierbeinern. Deswegen hat der Mensch auch eine Sohle und keinen Huf. Er muß mit dem Fuß balancieren und fortbewegen.

Ähnliche Probleme haben die Vögel, denn auch die sind Zweibeiner. Zum Fortbewegen haben die jedoch die Flügel (meistens).

Die Fußsohle kann ihre Aufgabe nur dann wirklich ausführen, wenn die Verbindung von der Fußsohle in den Rumpf auch entsprechend funktioniert (> Die Fußsohle). Ist das Kniegelenk durch eine (Scharnier-)Prothese ersetzt, weil die klassische Orthopädie das Kniegelenk beharrlich als Scharniergelenk betrachtet, obwohl das Knie ein Kugelgelenk ist, dann ist dies sicherlich nicht mehr möglich. Bei Operationen, welche das Kniegelenk anderweitig verändert haben (diverse Bandplastiken, Kniescheibenverlagerungen, teilw. auch Meniscusoperationen), ebenfalls nicht.

Schmerzen im Kniebereich werden in der Regel bestimmten anatomischen Strukturen zugeordnet. Meistens ist dies der Meniscus (> Meniscus / Meniscusoperation) oder die Kniescheibe.

Oft wird auch das X-Bein oder das O-Bein oder, wenn es ganz schlimm kommt, das angeborene "Fehlwachstum" der Kniescheibe beschuldigt. Das Kniegelenk wird ohnehin als eine "Fehlkonstruktion der Natur" betrachtet, welche dann konsequenterweise durch korrigierende Operationen behoben werden soll.

Solche Fehlschlüsse entstehen auf der Basis einer statischen Denkweise, welche die Beine als zwei Säulen betrachten, die einen Tempel zu tragen haben. Die Beine sind jedoch nicht zum Tragen da, sondern zum Bewegen. Das ist ein Unterschied. Bewegt wird mit Muskeln und nicht mit Knochen oder dem Meniscus.
(Knie-)Patienten, sollten sich überlegen, was der Mensch eigentlich die letzten 2 Millionen Jahre mit seinen Kniegelenken angestellt hat, bevor die Möglichkeit bestand, fließbandartig Meniscusoperationen durchzuführen.

Die nächste Überlegung sollte sich auf den Zustand der eigenen vorderen Oberschenkelmuskulatur richten, diese einmal auf ihren inneren Zustand hin untersuchen (abtasten) und dazu noch überlegen, in welchen Zustand diese Muskulatur geraten muß, wenn der Mensch sich nicht nur fast ausschließlich sitzenderweise durchs Leben verbringt, sondern dieses Sitzen, wie vielerorts empfohlen, per Fahrrad auch noch fleißig trainiert.

Diese Oberschenkelmuskulatur (med.: m.quadriceps) kann so nicht glücklich sein!

Versuchen Sie einfach einmal die Gegenprobe: Aufrichten statt Sitzen. Machen Sie das, was sonst verboten wird. Gehen Sie ins "Hohlkreuz". Machen Sie diejenige Übung, welche auch zur Bandscheibengesundung führt (> Knie- und Bandscheibenübung). Ihr Knie wird es Ihnen danken.

Übungstechnik:

für Schmerzen des Kniegelenkes an der Innenseite ("Innenmeniscus"), der Außenseite (Außenmeniscus), der Vorderseite ("Patellaspitzensyndrom") oder eine Mischung aus allem. Dies sind nicht alle, jedoch die meisten vorkommenden Schmerzen des Kniegelenkes. Wenn Sie die nachstehende Übung richtig machen, dann werden die Schmerzen nach wenigen Tagen verschwinden. Falls dies nicht der Fall ist, dann haben Sie Fehler bei der Übung gemacht, oder es gibt noch weitere Störfaktoren, die durch diese Übung nicht abgedeckt wird. Bitten nicht mit Gewalt üben!

- Aufrecht knien wie in der (katholischen) Kirche.

- Oberkörper zurückneigen bis es im Oberschenkel spannt.

- Dieses Spannungsgefühl in ein Anstrengungsgefühl verwandeln (extrem wichtig: Anstrengen statt Dehnen! Dehnen (Stretching) verschlechtert alles. Deswegen: Dehnen ist verboten, außer Sie wollen neue Schmerzen haben).

- Auf harter Unterlage knien, auch wenn es weh tut.

- Unter Anstrengungsgefühl im Oberschenkel den Oberkörper halten.

- Eine derartige Übung max. 5 Sekunden durchführen. Lieber öfter statt länger. Wenn Sie länger durchhalten, haben Sie ohnehin etwas falsch gemacht, denn gestörte Muskeln arbeiten nicht lange.

- Ungeteilte Willkürkonzentration auf den Oberschenkel ist Voraussetzung. Die Kraft muß wirklich vom Oberschenkel kommen, wenn der Oberschenkel beübt werden soll. Wer das nicht kann, muß sich helfen lassen, bis er es kann (> Assistierte Übung).

Wenn ein Kniegelenkserguß (Wasser im Knie) besteht, dann ist die Übung nicht durchführbar! Hier muß das Knie vorher therapiert werden.

Letzlich geht es um die Rettung des Zweibeinigen Ganges. Denn sowohl sog. Bandscheibenschmerzen wie Knieschmerzen sind in Wirklichkeit auf den Verlust der zweibeinigen Bewegungsfähigkeit zurückzuführen. Diese gilt es wiederzerlangen.

Walter Packi
Arzt
Apr. 05