Die Logik der Schmerzen
Institut für Biokinematik
Die Biologische Kinematik
Ungeachtet dessen, daß noch nie in der Geschichte der Mensch dank der Maschinen so wenig belastet wurde wie heute, nehmen die sog. Verschleißkrankheiten überdimensional zu. Noch nie gab es so viele Arthrosen wie heute. Da muß sich doch die Frage stellen: Was wird hier unter Verschleiß verstanden? Ein Patient, der das Wort Verschleiß hört, denkt automatisch, daß hier Schonung angezeigt ist. Dies ist nach seiner Erfahrung die adäquate Gegenmaßnahme gegen Verschleiß.
Technisch betrachtet ist Verschleiß Materialverlust durch Abrieb. Wo
es im Körper Abrieb geben soll, wieviel Abrieb physiologisch oder pathologisch
sein soll, was Verschleißtoleranzgrenzen sind, diese Fragen werden nirgends
auch nur angeschnitten.
Das Wort Verschleiß in Verbindung mit der imaginativen Kraft der Vorstellung darüber genügt, eine ganze Kaskade von Therapiemaßnahmen einzuleiten, die einzig zum Ziel haben, den Körper noch ruhiger zu stellen als er schon ist, letztlich die Frühberentung.
Der biologische Körper besteht nicht wie ein Auto aus toter Materie, die durch Gebrauch verschwindet. Die lebendigen Zellen des Körpers stehen in permanentem Erneuerungsprozeß. Manche Zellen leben nur einige Stunden, andere einige Wochen. Der Körper insgesamt (auch der Knochen) ist somit nur wenige Wochen alt. Hier den Begriff des Verschleißes zu benutzen ist absurd.
Im Gegenteil; im Sinne der Anpassungsreaktion verstärkt der Organismus besonders beanspruchte Teile des Körpers (Arbeit macht Muskeln stark). Während in der Technik Beanspruchung das Material zum Verschwinden bringt, wird in der Biologie durch Beanspruchung das Körpermaterial verstärkt und vermehrt.
Biologische Körper können nicht verschleißen!
Walter Packi
- Arzt -